Die Natur bietet ein reiches Angebot verschiedener nützlicher Stoffe, die für Sportler interessant sein können. Schließlich enthalten Heilpflanzen und Kräuter viele Vitalstoffe, mit denen sich zum Beispiel mehr Körpermasse erreichen lässt. Zudem besitzen die Nährstoffquellen zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte und können sich auf das allgemeine Wohlbefinden positiv auswirken. In diesem Artikel informieren wir über einige Heilpflanzen und Kräuter, die für Sportler sinnvoll sind und teilen dir auch etwas über die aktuelle Studienlage zu Heilpflanzen mit.

Melisse bei Schlafstörungen

Die ätherischen Öle der Melisse besitzen eine beruhigende und angstlösende Wirkung. Die Heilpflanze in Teeform hilft auch gegen Nervosität.

Hinweis: Verwende die Melisse nicht, falls eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt.

Beinwell bei Sehnenreizungen und Knochenschmerzen

Das Wort „Bein“ bezeichnete früher allgemein Knochen und bei „wallen“ handelt es sich um das altdeutsche Wort für „zusammenwachsen“. Demnach trägt Beinwell zur Linderung schmerzender Bänder, Knochenhaut und Sehnen bei. Insbesondere das enthaltene Allantoin ist für die Wundheilung verantwortlich, da Gerbstoffe Entzündungen heilen.

Aus der möglichst frischen Beinwell-Wurzel werden Umschläge hergestellt. Allerdings solltest du aufgrund der Pyrrolizidin-Alkaloide (gelten zum Beispiel als lebertoxisch und krebserregend), die enthalten sind, Beinwell nicht selbständig sammeln.

Kompressen oder Salben aus der Apotheke sind hier sicherer.

Hinweis: Verwende Beinwell besser nicht bei offenen Wunden.

Kohl bei Tennisarm und Entzündungen

Die Wirkung führen Wissenschaftler auf die entzündungshemmenden Wirkstoffe zurück: Glykosinolat und Flavonoide. Kohlwickel verschaffen nicht nur bei einem chronisch überbeanspruchten Ellenbogengelenk (Tennisarm) Schmerzlinderung und Kühlung.

Du kannst Kohlwickel einfach selbst herstellen: Dafür entfernst du die dicken Mittelrippen von Wirsingkohl- oder Weißkohlblättern (vier bis fünf Stück). Dann walzen oder klopfst du in einem erwärmten Tuch diese Blätter, bis Pflanzensaft austritt. Nun legst du das Tuch mit den Blättern auf die schmerzenden Partien und befestigen dieses mit Verband. Die Wirkzeit beträgt mindestens zwei Stunden und auch über Nacht kann der Wickel bleiben.

Hinweis: Besser nicht bei offenen Verletzungen verwenden.

Bockshornklee bei Arthrose

Falls ein Gelenk Wärme braucht, kann Bockshornklee die Schmerzen lindern. Linol und Linolensäure sorgen dafür.

Für einen Wickel vermischt du heißes Wasser mit Bockshornklee zu einer zähen Paste. Dann streichst du die Masse auf eine Kompresse und deckst diese mit einer zweiten Kompresse ab. Anschließend legst du den Wickel auf das Gelenk, fixierst diesen und lässt ihn maximal zwei Stunden einwirken.

Hinweis: Da die Dämpfe die Atemwege reizen können, sollte der Wickel bei Asthma nicht verwendet werden.

Arnika bei Zerrungen und Verstauchungen

Bei stumpfen Verletzungen sind die Blüten der Arnika ein bewährtes schmerzlinderndes Mittel. Die Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Cumarine, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren besitzen eine schmerzstillende, entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung.

Hierbei steht wild wachsender Arnika unter Naturschutz. Sie ist jedoch getrocknet in Apotheken erhältlich.

Für Aufgüsse übergießt du 2 Gramm Blüten mit 100 Milliliter heißem Wasser und seihen die Blüten nach etwa 6 bis 8 Minuten ab. Den erkalteten Aufguss kannst du für kühlende Umschläge verwenden.

Hinweis: Besser nicht verwenden bei offenen Wunden oder Allergien gegen Korbblütler.

Kamille bei akuten Magenschmerzen

Vor allem kommt die Kamille mit ihren goldgelben Blütenköpfen innerlich angewendet bei Magen- und Darmbeschwerden zum Einsatz. Hauptverantwortlich für eine krampflösende Wirkung sind ihre Flavonoide. Zudem kann der Kamillentee auch bei Blähungen und Völlegefühl wirksam sein.

Hinweis: Besser nicht verwenden bei Allergien gegen Korbblütler.

Rosmarin bei akuten Schwellungen

Das Hand- oder Fußgelenk ist schon verstaucht, falls man sich falsch abstützt oder unglücklich auftritt. Hierbei wirkt Rosmarin durchblutungsfördernd und dieser kann Schwellungen und Schmerzen schnell lindern. Hierfür werden vor allem Tinkturen genutzt.

Hinweis: Besser nicht verwenden bei hohem Blutdruck oder Schwangerschaft.

Ginseng mit anaboler Wirkung

Ginseng hat vielfältige Wirkungsweisen. Die Heilpflanze wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin für sehr viele Beschwerden eingesetzt. Dabei helfen die enthaltenen Antioxidantien und Ginsenoside gegen Entzündungen, dienen zur Vorbeugung von Diabetes und stärken das mentale Wohl. Zudem soll die Wurzel auch die Gehirnleistung steigern.

Nützlich für Sportler sind die Stimulation der DNA- und Protein-Synthese und damit die anabolische Wirkung.

Brennnesseln als Proteinquelle

Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe sind Brennnesseln sehr gesund und ebenso schmackhaft. In dem Heilkraut stecken ungefähr 30 Prozent an Proteinen. Die Brennnessel ist vor allem für Sportler eine ideale Quelle für qualitatives pflanzliches Eiweiß. Beim Verzehr gibt es obendrein wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Die Pflanze besitzt außerdem einige positive Eigenschaften, die dem Menschen guttun. Die Brennnessel schätzte bereits Hildegard von Bingen als blutreinigendes Gemüse. Mit dem Heilkraut sind Leber- und Gallenleiden, Hautkrankheiten und Rheumatismus auch behandelbar. In die Ernährung lässt sich Brennnessel auf unterschiedliche Weise integrieren. Zum Beispiel können Sie damit Suppen und Salate aufpeppen oder ein schmackhaftes Pesto zubereiten.

Studien zu der Wirksamkeit von Heilpflanzen

Auf der Erde sollen laut dem „State of the world´s plants“ 28.187 Pflanzenarten einen medizinischen Nutzen haben. Es handele sich dabei vermutlich um eine sehr konservative Zahl, teilt die Bestandsaufnahme mit, bei der im Auftrag des Royal Botanic Gardens von Kew 128 Wissenschaftler aus 12 verschiedenen Ländern mitwirkten. Es wird geschätzt, dass es noch mehr Heilpflanzen gibt. Von diesen Heilpflanzen werden in wissenschaftlichen Studien allerdings nur ungefähr 16 Prozent, also 4.478 Pflanzen erwähnt.

Von dem Potenzial der Heilkräuter werde in der Schulmedizin allerdings nur ein Bruchteil verwendet. Monique Simmonds, die stellvertretende Wissenschaftsdirektorin von Kew Gardens teilt dazu mit, dass Heilpflanzen jedoch bei der Bekämpfung von häufigen schweren Krankheiten ein „riesiges Potenzial“ hätten. Es müssten jedoch auch in Deutschland mehr Studien über Heilpflanzen durchgeführt werden, um die Wirksamkeit dieser eindeutig zu beweisen.

Fazit

Heilpflanzen können auch bei Sportlern sehr sinnvoll sein. Bei verschiedensten Beschwerden können die Pflanzen mit Heilwirkungen eine gute Lösung und Alternative zur Schulmedizin sein. Falls die Beschwerden jedoch stärker sind, solltest du auf jeden Fall deinen behandelnden Arzt aufsuchen.

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/75820/Heilpflanzen-Studien-untersuchen-nur-einen-Bruchteil